
Von Bauern, Rittern und der Burg über dem Streichen
Im Mittelalter hatten die Schlechinger Bauern als Säumer die Aufgabe, für die Grundherrschaften und die Chiemgau-Klöster Wein aus Südtirol mit ihren Rössern auf den Saumwegen über die Alpen zu transportieren. Mehrere - heute meist verfallene - Burgen der adeligen Herrschaften dienten dem Schutz dieser Handelswege. Über Schleching wachte in dieser Zeit die Streichenburg. Die Burg und ihre Streichenritter wurden zwischen 1160 und 1190 immer wieder urkundlich erwähnt. Mit einem besonderen Platz – unserer Neuauflage einer „Tafelrunde der Streichenritter“ – an dem historisch bedeutsamen Saumpfad unterhalb der Kirche St. Servatius würdigen wir mit einer zwei Meter hohen Stele die Persönlichkeiten, die sich ganz besonders für den Berggasthof Streichen engagiert haben! Und wir erinnern an die historische Bedeutung dieses wunderbaren Ortes.
Unsere Art, Danke zu sagen
Zu den Menschen, deren Namen auf der Stele aus Cortenstahl verewigt sind, gehören der 2024 verstorbene ehemalige bayerische Landtagspräsident Alois Glück ebenso wie der 2025 verstorbene ehemalige Bundespräsident Horst Köhler. Gewürdigt wird mit Anneliese (Anna) Laute die „gute Seele“ des Berggasthofes sowie ihre beiden Brüder Hans und der Streichenwirt Franz Strohmayer, der den Berggasthof bis zu seinem Tod im Jahre 2020 in zweiter Generation geführt hat.
Auf der Stele verewigt wurden zudem Schlechings Altbürgermeister Fritz Irlacher, der Ortsheimatpfleger Hartmut Rihl und mit Bodo Sperling der Initiator des örtlichen Kulturfördervereins. In den Kreis der „Tafelrunde der Streichenritter“ aufgenommen und auf der Stele bedacht wurde mit Theo Eberhard einer der Initiatoren von Kultur Erbe Bayern, der sich auch in seiner Funktion als Dekan der Fakultät Tourismus an der Hochschule München zu Lebzeiten für unseren Berggasthof stark gemacht hatte.
„Mit der umsichtigen Sanierung des Berggasthof Streichen werden wir den kommenden Generationen ein lebendiges Denkmal bayerischer Wirtshauskultur und Einheimischen wie Touristen weitere wunderbare Wanderwege hinterlassen. Wir werden bei all dem nicht die Menschen vergessen, die durch ihren ganz persönlichen Einsatz dazu beigetragen haben, dass wir den Berggasthof gemeinsam mit der Stiftung Kultur Erbe Bayern erwerben konnten“, so Thomas C. Wilde. „Allein hätten wir es nicht geschafft - unser besonderer Dank gilt den zahlreichen aktiven Unterstützern aus den Reihen der Bürgerinitiative „Streichenfreunde“, deren Einsatz noch in besonderer Weise gewürdigt wird.“
